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Datenschutzkonforme Auswertung von Beschäftigtendaten

Datenschutzfreundliche Analysen der Daten von Mitarbeitenden unterstützen Unternehmen bei ihren Personalentscheidungen.© Boggy/fotolia

Motivation

Die zunehmende Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf das Personalwesen in Unternehmen. Unter dem Stichwort „People Analytics“ streben Unternehmen die Auswertung von Daten des Arbeitslebens ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, darunter Alter, Geschlecht, Ausbildung, Familienstand und Leistung. Ziel ist es, datengetriebene strategische Entscheidungen, beispielsweise im Personalauswahlprozess, zu treffen. Daten von Beschäftigten stehen jedoch europaweit, insbesondere in Deutschland, unter besonderem rechtlichen Schutz. Um diesem zu entsprechen, sind neue technische Lösungen erforderlich, die den Unternehmen eine datenschutzkonforme Nutzung personenbezogener Daten ermöglichen.

Ziele und Vorgehen

Ziel des Vorhabens ist es, eine innovative Beschäftigten-freundliche Software zu entwickeln, die es Unternehmen erlaubt, erhobene Daten ihrer Beschäftigten zu Analysezwecken zu verwenden. Die Personalwirtschaft kann so ihre Personalstrategie an empirischen Erkenntnissen ausrichten ohne dabei gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen zu verstoßen. Mit der Software ist es möglich, Aussagen über die Belegschaft insgesamt zu treffen, nicht aber über einzelne Beschäftigte. Jede Auswertung von Daten wird dabei in einer fälschungssicheren Datenbank protokolliert. Die Beschäftigten können sich, basierend auf dieser Datenbank, zu jedem Zeitpunkt informieren, welche Analysen stattgefunden haben. Die entwickelten Technologien werden juristisch geprüft, um die Konformität mit den einschlägigen gesetzlichen Regelungen, bspw. der Datenschutzgrundverordnung, sicherzustellen. Nach erfolgter rechtlicher Prüfung wird ein Demonstrator bei einem der Projektpartner evaluiert.

Innovationen und Perspektiven

Die empirische Auswertung von Beschäftigtendaten ist ein wichtiges strategisches Werkzeug für Unternehmen. Die Ergebnisse des Projektes ermöglichen es, die vorhandenen Daten unter Einhaltung des Datenschutzes intensiver zu nutzen als bisher. Mit der im Vorhaben entwickelten Lösung können verschiedene Defizite in der Personalentwicklung, beispielsweise mangelnde Diversität oder eine Überalterung, frühzeitig erkannt und ihnen entgegengewirkt werden. Die durchgeführten Analysen werden dabei für die Beschäftigten in Form eines Informationssystems transparent gemacht. Auf diese Weise leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Auflösung des Spannungsfelds zwischen Datennutzung und Datenschutz im betrieblichen Umfeld.