SeCoServ2

IT-sichere Softwareplattform zur Prozessunterstützung bei Massenanfällen von Verletzten

Grafik: Kommunikationstechnische Prozesskette bei Rettungseinsätzen
Kommunikationstechnische Prozesskette bei Rettungseinsätzen  (MANV = Massenanfälle von Verletzten und Erkrankten, IP = Internetprotokoll, SoA = diensteorientierte Architektur) © keine Angabe

Das Verbundvorhaben SeCoServ2 ist ein Beispiel für die Förderung des innovativen Mittelstandes. Mit der Initiative „KMU-innovativ“ hat das BMBF eine Überholspur für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) eingerichtet. KMU können ihre Projektideen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien in Halbjahresabständen zu bestimmten Stichtagen einreichen und werden durch vereinfachte Förder- und beschleunigte Bewilligungsverfahren bevorzugt gefördert. Ziel ist es, Innovationsrisiken für die KMU abzufedern und KMU mit Spitzenleistungen im Hightech-Bereich zu unterstützen.

Mit dem Vorhaben SeCoServ2 wird eine Kommunikations- und Dienstinfrastruktur entwickelt, die bei einem Massenanfall von Verletzten und Erkrankten neben lokalen Arbeitsabläufen des Einsatzes wie Patientensichtung (Einschätzung über Behandlungspriorität) und -lokalisierung auch nachgelagerte Versorgungsprozesse (z.B. die Zuweisung eines Krankenhausbettes) unterstützt.

Die heute kommerziell genutzten Sensornetzwerke in Industrieautomation, Prozesssteuerung oder Gebäudetechnik sind typischerweise noch durch einen statischen Aufbau des Kommunikationsnetzes gekennzeichnet. Insbesondere sind die mit Funkmodulen ausgestatteten Sensorknoten des Kommunikationsnetzes in der Regel nicht mobil.

In mobilen Anwendungsszenarien stoßen heute verfügbare Sensortechnologien schnell an ihre Grenzen. Ein wichtiges Anwendungsfeld sind mobile Kommunikationssysteme für Großeinsätze von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben oder im Katastrophenfall. Dabei müssen Sensornetze auch unter schwierigsten Umgebungsbedingungen ad-hoc und zuverlässig funktionieren und sowohl in lokale Funknetze am Rettungseinsatzort als auch in übergeordnete Kommunikationssysteme, z.B. in entfernte Leitstellen und Rettungseinsatzstäbe, integriert werden können. Die aus IT-Sicht sichere Einbindung nachgelagerter Versorgungsprozesse, z.B. die sichere Datenver-/entschlüsselung sowie der Schutz sensibler Patientendaten bei Massenanfällen von Verletzten, ist wissenschaftliches Neuland.

Für die Sicherstellung der wirtschaftlichen Verwertung der Forschungsarbeiten ist es von Bedeutung, die Ergebnisse unter realistischen Anwendungsbedingungen zu evaluieren. Neben einer Überprüfung der IT-Sicherheitsmechanismen soll die Netzwerktechnologie dabei in Feldexperimenten hinsichtlich Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, Prozesseinbindung, Flexibilität, Anforderungen an die Ortungsgenauigkeit der Sensorknoten etc. bewertet werden.