Forschung Agil - Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern bei der privaten IT-Sicherheit

Gegenstand der Förderung ist die Erforschung und Entwicklung von Methoden und Werkzeugen, um Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung ihrer privaten IT-Sicherheit und dem Schutz ihrer privaten Daten zu unterstützen.

Junge Freiwillige helfen älteren Menschen am Computer.
© Adobe Stock/Mediteraneo

Gegenstand der Forschung

Die Digitalisierung ist ein prägender Faktor aller gesellschaftlichen Bereiche sowohl im privaten, im unternehmerischen als auch im staatlichen Umfeld geworden. Neue Technologien eröffnen neue Interaktionsformen, neue Gestaltungsräume gesellschaftlichen Zusammenlebens und nicht zuletzt neue Geschäftsfelder. So haben beispielsweise Text-und Sprachnachrichtendienste das Kommunikationsverhalten radikal verändert, soziale Netzwerke kanalisieren gesellschaftliche Strömungen und eine steigende Anzahl von Startups entwickelt neue digitale Dienstleistungen. Gemeinsam ist dieser aktuellen und zukünftigen Entwicklung, dass große Mengen von Daten verarbeitet und gespeichert werden. Aufgrund der Durchdringungstiefe digitaler Dienste bei Endverbrauchern sind diese Daten häufig personenbezogen bzw. personenbeziehbar. Ein Verlust oder ein Öffentlichwerden kann für Betroffene problematisch beispielsweise in Bezug auf die berufliche Entwicklung sein. In einer modernen Gesellschaft ist eine Abkehr von der Digitalisierung jedoch nicht denkbar; ganz im Gegenteil soll und wird die Digitalisierung weitere Bereiche durchdringen.

Diverse Datenlecks der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es ausgesprochen schwierig ist, die vorgehaltenen Daten umfassend zu schützen. Oft waren mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen oder fehlerhaft konfigurierte Systeme die Ursache. In vielen Fällen waren auch schwache bzw. wiederverwendete Passwörter oder nicht gewartete Software der Benutzerinnen und Benutzer ursächlich. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht hinreichend informiert und vorbereitet sind, um komplexen Anforderungen an IT-Sicherheit gerecht zu werden und Folgen für den Schutz privater Daten abzuschätzen. Berichte über Datenlecks und den Missbrauch von persönlichen Daten verringern zudem das Vertrauen in digitale Anwendungen auf problematische Weise, wie es beispielsweise im Rahmen der Diskussion um die Corona-Warn-App deutlich wurde: Trotz eines von der Fachwelt als sicher und datenschutzkonform bewerteten Konzepts waren massive Anstrengungen notwendig, um Bürgerinnen und Bürger von der App zu überzeugen. All dies macht deutlich, dass Bürgerinnen und Bürger mehr Unterstützung bei der privaten IT-Sicherheit benötigen - insbesondere auch von innovativen Diensten und Produkten - um selbstbestimmt und sicher mit digitalen Technologien, Anwendungen und Systemen umgehen zu können.

Gegenstand der Förderung ist die Erforschung und Entwicklung von Methoden und Werkzeugen, um Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung ihrer privaten IT-Sicherheit und dem Schutz ihrer privaten Daten zu unterstützen. Dies umfasst sowohl Fragen zu konkreten, wirksamen und nachvollziehbaren Sicherheitsmechanismen als auch Hilfestel­lungen bei der Bewertung von Produkten und Dienstleistungen unter Sicherheits- und Datenschutzgesichtspunkten. Forschungsvorhaben sollen eine technologische Ausrichtung haben und die Fragestellung ganzheitlich betrachten. Neben der technologischen Entwicklung sollen die Vorhaben daher:

  • den Einfluss sozialwissenschaftlicher Effekte berücksichtigen,
  • eine passgenaue, aussagekräftige Evaluation beinhalten sowie
  • eine klare Verwertungsperspektive, über die Wissenschaft hinaus, aufzeigen.

Geeignete Partizipationsformate, die Bürgerinnen und Bürger in das Vorhaben einbeziehen, werden bei der Begutachtung positiv berücksichtigt. Antragsteller müssen außerdem darlegen, wie die Projektergebnisse nachhaltig auch über das Projektende hinaus zur privaten IT-Sicherheit oder dem Datenschutz von Bürgerinnen und Bürgern beitragen. Im Rahmen der Bekanntmachung werden vorzugsweise interdisziplinäre Verbünde gefördert.

VERFAHREN

Eine Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung der Maßnahme „Forschung Agil“ vom 4. Juni 2019 (BAnz AT 19.06.2019 B3). Die Förderrichtlinie ist auf der Webseite des BMBF abrufbar. Dort finden Sie unter anderem grundlegende Informationen, wie zum Antragsverfahren, zur Gliederung und Seitenanzahl der Projektskizzen oder zur Projektlaufzeit.

Weitere Informationen

Komplette Bekanntmachung (BANZ)

Informationsveranstaltung

Anlässlich der Veröffentlichung des Förderschwerpunkts findet am 29.10.2020 ein Web-Seminar statt. Auf der Veranstaltung können sich Interessierte über die Förderbedingungen und inhaltliche Ausrichtung der Bekanntmachung informieren.  Es werden Informationen zur Skizzeneinreichung gegeben sowie die administrativen Anforderungen bei der Antragstellung erläutert. Weiterhin besteht die Möglichkeit individuelle Fragen zu thematisieren, um die Passfähigkeit der einzureichenden Projektskizzen zur Bekanntmachung sicherzustellen bzw. zu erhöhen.

Termin: 29.10.2020 · 10:00 - 12:30 Uhr

Agenda:
10:00 Uhr          Vorstellung der Bekanntmachung
11:00 Uhr          Fragen der Teilnehmer und Diskussion
11:45 Uhr          Sprint Vorstellung der Teilnehmer  (3-5 min pro Teilnehmer)
12:30 Uhr          Ende der Veranstaltung

Anleitung zur Nutzung des Web-Seminar-Tools (PDF)

Anmeldung: Bitte melden Sie sich kostenfrei über das Anmeldetool an.